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Wie du mit Stärkenarbeit beginnst

Eine klare Anleitung mit Talent-Karten, Denk-Check & Wirkung

Stärkenarbeit scheitert selten am Willen.
Sie scheitert daran, dass Menschen keine saubere Basis zum Reflektieren haben.

Stattdessen wird bewertet, optimiert, korrigiert.
Und genau das führt dazu, dass Talente kippen.

Diese Anleitung zeigt dir einen anderen Einstieg:
über Rhythmus, Wirkung und bewusste Selbstführung – mit deinen Talent-Karten als Spiegel.


🎯 Ziel dieses Beitrags

  • Du erkennst, welche Talente bei dir gerade Sonne zeigen

  • Du siehst, welche Talente im Schatten laufen

  • Du verstehst warum – ohne Selbstkritik

  • Du bekommst Handlungsspielraum, statt dich selbst zu verbiegen

Kurz:
Du arbeitest nicht an dir, sondern mit dir.


🎵 Die Grundlage: Talente haben einen Rhythmus

Jeder Mensch hat seinen ganz eigenen Rhythmus.
Talente schwingen – in Gedanken, Entscheidungen, Begegnungen.
Ob sie begeistern oder anecken, hängt nicht vom Talent ab,
sondern vom Moment, Kontext und Maß.

Deine Talent-Karten liefern dafür die perfekte Basis, weil sie drei Dinge verbinden:

  • Beschreibung des Talents

  • Sonnenseite (wirksam, konstruktiv)

  • Schattenseite (überzogen, missverstanden, fehlplatziert)


🧭 Schritt-für-Schritt-Anleitung: Der Denk-Check mit Talent-Karten

Schritt 1: Alle Talente bewusst durchgehen

Nimm jede einzelne Talent-Karte zur Hand.

Lies:

  • die Grundbeschreibung

  • die Sonnenseite

  • die Schattenseite

👉 Wichtig: Nicht analysieren. Nicht rechtfertigen. Nur lesen.

Wenn du merkst, dass du innerlich reagierst („Ja, genau!“ oder „Uff …“), bist du richtig.


Schritt 2: Talente markieren – nicht bewerten

Erstelle drei Listen oder drei Stapel.

🟢 Talente in der Sonnenseite

Schreibe alle Talente auf, bei denen du spürst:

  • Das passt gerade

  • Das fühlt sich stimmig an

  • Damit wirke ich konstruktiv

  • Dafür bekomme ich Resonanz

👉 Diese Talente geben Energie.


🟠 Talente im Schatten

Notiere alle Talente, bei denen du merkst:

  • Ich werde missverstanden

  • Ich stoße an

  • Ich erkläre mich oft

  • Ich halte mich zurück – oder überziehe

👉 Der Schatten sagt nicht, dass das Talent falsch ist.
Er sagt: Der Kontext lädt es gerade nicht gut ein.


⚪ Talente neutral / leise

Talente, die aktuell:

  • kaum sichtbar sind

  • weder tragen noch stören

Diese lässt du bewusst liegen. Sie melden sich wieder, wenn sie gebraucht werden.


Schritt 3: Vertiefung – gezielte Reflexion

Jetzt arbeitest du nur mit den Talenten aus Sonne und Schatten.

Für Talente in der Sonnenseite:

  • In welchen Situationen kommt dieses Talent gut zur Geltung?

  • Wem nützt es konkret?

  • Was tue ich (bewusst oder unbewusst), damit es in Balance bleibt?

Für Talente in der Schattenseite:

  • Wann kippt dieses Talent?

  • Was will es eigentlich Gutes bewirken, auch im Schatten?

  • Welche Grenze, Regel oder Erlaubnis braucht es?

Beispiel Analytiker:

Mein Analytiker kippt nicht, weil er problematisch ist.
Er kippt, wenn ich ihn ungefragt in frühe Ideenphasen schicke,
wo noch Offenheit statt Wasserdichtigkeit gefragt ist.


🧠 Schritt 4: Muster erkennen – ohne Drama

Zum Abschluss ein kurzer Überblick:

  • Welche 2–3 Talente prägen mich aktuell am stärksten?

  • Welche 2–3 Talente stehen am häufigsten im Schatten?

  • Gibt es Talente, die unter Druck regelmäßig kippen?

👉 Das ist kein Optimierungsauftrag.
👉 Das ist Selbstführung.


💡 Warum diese Art von Stärkenarbeit wirkt

Weil sie:

  • Talente nicht etikettiert

  • Schatten nicht pathologisiert

  • Wirkung konkret sichtbar macht

  • Verantwortung bei dir lässt, nicht bei äußeren Erwartungen

Und weil sie auf einer einfachen Wahrheit beruht:

Nicht dein Talent ist das Problem.
Sondern der fehlende Umgang damit.


🧭 Fazit

Stärkenarbeit beginnt nicht mit:

„Was muss ich ändern?“

Sondern mit:

„Welches Talent zeigt gerade Sonne –
und welches Schatten?“

Deine Talent-Karten sind der Spiegel.
Der Denk-Check ist der Rahmen.

Alles Weitere ergibt sich daraus –
Schritt für Schritt. 🎵