Der CliftonStrengths-Test ist für mich kein Test. Zumindest nicht im klassischen Sinn. Es ist für mich vielmehr, die Möglichkeit, sich selbst und andere besser zu Verstehen.
Ich war schon immer jemand, der Menschen erkennen will. Als ich anfing, mit Stärken zu arbeiten, war ich deshalb ziemlich überzeugt davon, dass ich andere Menschen gut einschätzen kann – ich dachte, ich hätte ein gutes Gespür dafür, wo die Talente meines Gegenübers liegen.
Der Test hat mir etwas anderes gezeigt: Ich verstand wenig davon, wie unterschiedlich wir tatsächlich sind. Ich hatte mir einfach eine Meinung gebildet – und lag damit erstaunlich oft daneben. Und zwar genau bei den Menschen, die so ganz anders im Denken unterwegs sind als ich.
Oh, je. Ich hab’s so oft falsch gelegen.
Das war der Moment, der meine Arbeit verändert hat. Seitdem urteile ich nicht mehr, ich frage erst. Ich höre zu, ich bin neugierig, ich sage: Erzähl. Und ich merke immer wieder, wie Menschen sich dabei an sich selbst erinnern – wie sie in ihr eigenes Denken hineinkommen. Das ist eine Reise zu sich selbst, und ich darf sie dabei begleiten.
Heute, nach über 20’000 Stunden mit Talenten, habe ich auch eine Art Intuition entwickelt. Oft spüre ich schnell, wo die Stärken eines Menschen liegen. Aber diese Intuition ersetzt nie die Neugier. Ich behaupte nichts, ich spiegle: Darin sehe ich eine Stärke. Und dann schauen wir gemeinsam, ob es passt – oder eben nicht.
Genau das macht CliftonStrengths für mich so besonders: Er ist keine Schublade, kein Ergebnis, das in Stein gemeißelt ist. Er ist eher wie eine Landkarte, die mir hilft mich selbst und andere besser zu verstehen – eine Basis, auf der wir selbst wachsten und mit anderen besser zusammenarbeiten können.
Hätte ich das mal alles nach meinem Abitur gewusst, dann hätte ich mir den ein oder anderen Umweg gespart und hätte Orientierung erhalten, wenn es um meine Berufswahl ging.
Leider erhalten wir wenig Werkzeuge und Mittel mit auf den Weg. Weder in der Schule, noch in der Berufswahl, geschweige denn, wenn es um Karriere geht.
Wie hast Du das erlebt? Hast Du selbst eine Orientierung erhalten, die Dich weitergebracht hat? Und falls Du Führungskraft bist, wie erkennst Du, welche Talente Deine Mitarbeiter haben und wie Du Sie am sinnvollsten einsetzt?