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🚀 Neue Serie: Meine Talente – kurz erklärt

Ich starte heute etwas Neues: eine kleine Serie, in der ich euch Kategorie für Kategorie und Talent für Talent aus meinem Fingerabdruck-Modell vorstelle. Kurz, ein bisschen locker, mit Geschichten aus dem echten Leben – und immer mit der Frage: Was bedeutet das eigentlich im Umgang mit dieser Person? 🤔

Den Anfang macht die Kategorie Umgang mit Komplexität 🧩. Drei Talente gehören für mich hier hinein, und heute stelle ich euch das erste vor: den Analytiker 🔍.


⛏️ Der Analytiker geht in die Tiefe

Ich nutze dafür gerne ein Bild, das bei mir hängen geblieben ist: der Analytiker ist wie jemand, der ins Bergwerk hinabsteigt. Ganz tief rein, mit Helm und Lampe. Wenn du ihn dann etwas fragst und er nicht sofort antwortet – keine Sorge, er ist nicht abwesend. Er ist gerade unten, im Stollen, mitten in der Sache.

Und aus so einem Bergwerk kommt man nicht in zwei Sekunden wieder hoch 😄. Da muss erstmal die Treppe hochgeklettert, der Helm ab, das Gesicht abgewaschen werden – und dann erst: „Ähm… hast du mich was gefragt?“

Genau so tickt der Analytiker. Er stellt so lange Fragen, bis er ein Thema wirklich verstanden hat. Man kann mit ihm nicht drüber hinweggehen und sagen „lass es jetzt mal gut sein“ – das wäre für ihn das Schlimmste überhaupt. Es gibt für einen Analytiker kaum etwas Frustrierenderes, als seine Fragen nicht stellen zu dürfen.

😅 Eine kleine Geschichte dazu

In einem Seminar hatte ich mal einen Teilnehmer, der genau dieses Muster mitbrachte. Er hat gemerkt, dass in Teammeetings immer wieder Augen gerollt wurden, wenn er seine Fragen gestellt hat – und wusste einfach nicht, wie er damit umgehen soll. Er hat gespürt, dass er nervt, aber seine Fragen nicht stellen konnte er auch nicht.

Wir haben ihm dann einen Satz mitgegeben, den er künftig nutzen konnte: „Meine Fragen sind mir wichtig, und ich finde das Thema wirklich spannend – ich möchte sie gerne platzieren. Ich verstehe aber, dass das in der großen Runde zu viel werden kann. Gibt es eine Möglichkeit, dass wir die Fragen außerhalb klären?“

Und plötzlich war es kein stiller Konflikt mehr, sondern ein offenes, faires Angebot – für ihn und für die Runde. Das Spannende dabei: Der Analytiker selbst fühlt sich mit seinen Fragen oft auch unwohl, weil er merkt, dass sie als lästig empfunden werden. Dabei sind seine Fragen ein Geschenk 🎁.

Meist sind es genau zwei Dinge, die dafür sorgen, dass ein Talent als störend empfunden wird: der falsche Zeitpunkt – oder es wird einfach falsch gelabelt. Mit diesem einen Satz hat er beide Stolpersteine gleichzeitig aus dem Weg geräumt.

🧑‍🔬 Noch eine, die mir bis heute Spaß macht

Ich hab mal für eine Ingenieursrunde Kompetenzprofile für Projektmanager entwickelt – 55 Analytiker saßen mir gegenüber. Nach der fünfzehnten Frage dachte ich ernsthaft: Wollt ihr mein ganzes Konzept jetzt komplett auseinandernehmen?? 😳 Am Ende hab ich gefragt: „Warum stellt ihr eigentlich so viele Fragen?“ Antwort: „Weil wir das toll finden.“ Es ging nie darum, mich zu prüfen – sie wollten einfach wirklich verstehen.


💡 Mein Fazit zum Analytiker

1️⃣ Lass ihn seine Fragen stellen. Schaff den Raum dafür. Zu sagen „deine Fragen sind wertvoll, stell sie ruhig“ ist eines der größten Geschenke, das du ihm machen kannst.

2️⃣ Wenn er dich löchert – sei geschmeichelt, nicht genervt. Das ist seine Form der Wertschätzung. 💛


Im nächsten Post geht’s weiter mit einem ganz anderen Charakter aus derselben Kategorie: der Vorstellungskraft 💭. Dann seht ihr auch, wie unterschiedlich diese beiden Talente durch die Welt gehen – und warum genau daraus manchmal Reibung im Team entsteht, wenn man die Perspektive des anderen nicht kennt.

Habt ihr einen Analytiker in eurem Team oder Leben – oder seid ihr selbst einer? 🙋 Ich freu mich über eure Geschichten. Ich glaube, genau so wächst mit der Zeit eine echte Stärkengemeinschaft: kleine Denkanstöße, fernab vom Business-Alltag, an denen wir alle wachsen. 🌱

Bis bald, Julia

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