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Schon in meiner Kindheit war ich fasziniert von Jim Knopf und der Geschichte von dem Scheinriesen. Von der Ferne aus wirkte die Kreatur wie ein riesiges Wesen und Jim Knopf und Lukas fassten sich den Mut nicht wegzulaufen, als der Scheinriese auf sie zukam.

Und mit jedem Schritt, den er näherkam, wurde er kleiner und erwies sich als ganz normaler Mann, der sich freundlich als Herr Tur Tur vorstellte!

Eine unglaublich inspirierende und lehrreiche Geschichte. Ist es nicht genau so im wahren Leben, wenn wir anderen Menschen begegnen? Nehmen wir nicht allzu oft nur das wahr, was uns Angst einflößt oder was wir nicht mögen? Meiden den Kontakt zu Menschen, wenn wir denken, dass die Chemie nicht stimmt? Oder bilden uns vorschnell eine Meinung über diesen Menschen?

Sobald wir Menschen näher kennenlernen, verschwinden vorgefertigte Meinungen. Je weiter entfernt wir von Menschen sind, um so eher bauen wir Vorurteile auf und denken in Klischees.

Ich arbeite nun seit fast zwanzig Jahren mit den Talentleitmotiven von Gallup und eines ist für mich das wertvollste Lehrstück: Sobald ich die Person näher kennenlerne, richtet sich meine Wahrnehmung auf die Potentiale und die Einzigartigkeit. Jeder einzelne Mensch hat seine eigene und individuelle Art, wie er die Welt zu einem besseren Ort macht. Jede einzelne Person hat mir gezeigt, dass der Mensch, sobald man ihn aus der Nähe betrachtet, so unglaublich faszinierend und wertvoll ist.

Und trotz meiner generellen positiven Art auf Menschen zu blicken, hätte ich das in dieser Tiefe nicht erlebt. Zumindest nicht bei den Menschen, die Talentleitmotive mitbringen, die mir gefühlt das Leben schwer machen. Die einfach anders denken und arbeiten und ich mehr Energie im Umgang mit ihnen aufwenden muss, als wenn ich in meinen Denkpräferenzen unterwegs bin.

Die Arbeit mit den Stärken hat also einen unglaublichen Nebeneffekt: Die negativen Zuschreibungen und das Einsortieren von Menschen in Schubladen nehmen ab. Und das ganz automatisch. Selbst für die 34 Talentleitmotive habe ich keine Schubladen mehr. Es ist für mich nur noch eine Art Wegweiser, welche Präferenzen mein Gegenüber haben könnte. Ich kann erkennen, ob ein Mensch gerne kreativ ist oder gerne Probleme löst, ob er Kopfkino hat oder lieber über Gefühle redet. Aber was die Menschen aus ihren Veranlagungen machen, ist so unglaublich vielfältig. Und am Ende bleibt nur eine Schlussfolgerung:

Es ist aussichtslos, sich ein Bild über einen Menschen zu machen, wenn man seine Geschichten nicht angehört hat. Und sobald man sich mit Neugier diesen Geschichten öffnet, werden die Gespräche zu spannenden Abenteuerreisen.

Die Arbeit mit den Stärken hilft auf diesem Weg die Beziehungen zu anderen Menschen schöner und liebevoller zu machen. Es entsteht eine Art Verbundenheit, wenn man Menschen auf diese Weise kennenlernt.